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Das innere Kind – Eigenliebe leben

Das innere Kind – Eigenliebe leben

 

Der nachfolgende Brief ist so inspirierend, wunderbar und herzergreifend, dass ich ihn dir nicht vorenthalten möchte. Möge er auch für dich immer wieder Inspiration sein, um dir selbst wieder zu begegnen ...

 

„Mein liebes Kleines,

fünfzig Jahre sind es nun schon. Du hast so viel Zeit und Energie auf den Versuch verwendet, allen Erwartungen gerecht zu werden. Es tut mir unglaublich leid, dass ich Dich im Stich gelassen und Dir das Gefühl gegeben habe, nicht genug zu sein …. keine Rolle zu spielen … nichts Sinnvolles beitragen zu können … nicht bedeutend genug zu sein, um Anspruch auf einen größeren Platz in der Welt erheben zu dürfen.

Es tut mir leid, dass ich Dich immer ermutigt habe, es jedem Recht machen zu wollen. Dich zu „benehmen“, Deine Persönlichkeit zu verleugnen – eben ganz das brave kleine Mädchen aus dem Bilderbuch zu sein. Jetzt sehe ich, wie Dich das erschöpft hat. Und ich spüre Dein Bedürfnis, mehr zu „sein“ als zu „tun“.

 

Süße, es tut mir leid, dass ich Dich nicht täglich daran erinnert habe, wie wertvoll Du bist. Dir nie versichert habe, dass Du etwas unglaublich Kostbares bist – und zwar genau so wie Du bist! Ohne etwas hinzuzutun oder wegzunehmen. Wie oft hast Du diese Botschaft wohl gehört? Aber ich habe nie zugelassen, dass Du sie auch wirklich glauben konntest.

Es tut mir von Herzen leid, dass mich Deine Verletztheit immer kaltgelassen hat. Das ich Deine Qualen kleingeredet, ausgeblendet, geleugnet und diskreditiert habe. Weder Deine Bedürfnisse und Wünsche noch Deine Sehnsüchte habe ich akzeptiert. Ich habe Dich gnadenlos zum Verstummen gebracht, aus lauter Angst, Dir könnte irgendeine „authentische Wahrheit“ entfleuchen und die Leute wissen lassen, wie verletzt wir beide in Wahrheit sind, Du und ich.

 

Ich bedaure, dass ich immer so viel Wert auf die „Fassade“ gelegt habe. Und so wenig Mitgefühl mit dir hatte. Für jeden kleinen Fehler bin ich auf Dich losgegangen. Habe bei jeder „dummen“ Frage von Dir an Deinem Verstand gezweifelt. Ich habe Dir vorgeworfen, ein Mensch zu sein. Vor allem Deine Bedürfnisse habe ich Dir zum Vorwurf gemacht. Und dass Du nicht auf jedem Gebiet die Beste warst. Bitte vergib mir. Es tut mir wirklich leid.

Du hast Dir so viel Mühe gegeben, mir zu gefallen. Und ich? Ich bin Herzlos und brutal mit Dir umgesprungen. Ich habe Deine Hilferufe nicht gehört. Habe Dich leiden lassen und Dir dann Vorwürfe gemacht, wenn Du geweint hast. Ich habe mir das Beste von Dir unter den Nagel gerissen und es auseinandergenommen – ohne die geringste Rücksicht.

Dabei hast Du so viel mehr verdient. Du bist so ein großartiges, liebevolles Herz. Und hast jetzt schon so viel Licht in die Welt gebracht!

 

Von jetzt an, das ist mein heiliges Versprechen, darfst Du Fehler machen. Du darfst weinen. Darfst traurig sein. Du darfst ausreichend sein, vielleicht sogar auch nur mittelmäßig, wenn Dir danach ist. Ich erlaube es Dir, die Erwartungen nicht zu erfüllen, hinzufallen, es zu sagen, wenn Dir etwas wehtut, und um die Liebe und die Unterstützung zu bitten, die Du brauchst und auch verdient hast.

 

Von nun an, verspreche ich Dir, werde ich Dich anerkennen. Ich verspreche Dir, mir Zeit für Dich zu nehmen, und auf Dich zu hören. Beim Aufwachen morgens werde ich Dich einladen, fünf Minuten lang hinter Deinem „Baum der Stärke“ hervorzukommen. Ich werde auf die wunderbare Weisheit hören, die Du für mich verkörperst. Ich werde mir alle Mühe geben. Deine Zartheit den ganzen Tag über mit all der Wärme und dem Mitgefühl zu ehren, die du verdienst.

 

Ja, Du hast es verdient! Und wenn ich mal einen Fehler mache, bitte lass es mich wissen, unbedingt. Hiermit nehme ich das Recht, Dich zum Schweigen zu bringen, das ich mir selbstgerecht angemaßt habe, ausdrücklich zurück.

Jetzt freue ich mich, Dich singen zu hören, singen, weil Du weißt, dass Du es verdient hast, gehört zu werden.

 

Zusammen können wir in die Welt hinausgehen, mit weit ausgebreiteten Armen und einem breiten Lächeln im Gesicht. Weil wir unsere Vergangenheit überwunden haben und auf alles stolz sind, was wir sind.

Alles Liebe"

 

(Auszug aus dem Buch „Die liebevolle Kriegerin“ Stehe zu dir selbst, wecke deinen Mut! Author: Debbie Ford)

Bildquelle unbekannt